Michael Grübel GmbH & Co. KG
Michael Grübel GmbH & Co. KG Elpke 106, D-33605 Bielefeld

Grübel im Einsatz – vorbei ist’s mit der Ruhe

Die Ameisen hatten uns die Wand zwar nicht kampflos überlassen. Aber sie sind auch nicht zur Verteidigung ihrer Behausung zurückgekehrt. Nach diesem etwas abenteuerlichen Einstieg sollte sich der Schaden bei unserem Kunden im dritten Obergeschoss eines Bielefelder Altbaus schnell beheben lassen. Da waren wir uns sicher.

Die Vorarbeiten waren bereits erledigt und das defekte Heizungsrohr fachmännisch freigelegt. Zunächst wurde der gesamte Wohnbereich vom Eingang bis zur Einsatzstelle mit Malervlies ausgelegt.

Regale, Schränke und andere am Einsatzort verbliebene Objekte decken unsere Mitarbeiter sorgfältig mit Folie ab.

Nach dem Ablassen einer ausreichenden Menge Wasser aus dem Heizrohrsystem macht sich unser Experte vorsichtig an den Austausch der beschädigten Rohre.

Aus Alt mach Neu

Mit Rohrzange und Flex geht es an das alte Heizungsrohr. Der partiell beschädigte Bereich wird zügig entfernt und ausgetauscht. Schon nach kurzer Zeit glänzen die neuen Anschlussstellen im Innern der Wand. Diese werden im zweiten Schritt mit den ebenfalls neuen Leitungen verbunden und an das bestehende System angeschlossen. Zum Abschluss wird alles fein säuberlich in einen dicken Mantel aus Styropor verpackt. Dieser schützt und dämmt die Rohre zusätzlich.

Schutt, Dreck, alte Rohrteile sowie die verwendeten Materialien zum Arbeiten und Abdecken entsorgen unsere Mitarbeiter direkt im Anschluss an den Einsatz. Nach einem Einsatz lässt sich kaum mehr erahnen, dass sich jemand handwerklich ausgetobt hat. Der Kunde ist zufrieden und verabschiedet unseren „Meister Röhrich“.

Jetzt reißen wir die Hütte ab

Die Baustelle ist mit der Reparatur der Heizungsrohre leider noch nicht abgeschlossen, denn der arbeitsintensive Teil folgt erst noch. Die nächsten Schritte sind das Abtragen der feuchten Bereiche der Wand und das Aufstellen der Trocknungsgeräte. Wieder wird die Wohnung penibel mit Malervlies ausgelegt und Mobiliar mit Folie abgedeckt. Noch während sich unser Mitarbeiter mit Bohrhammer und Co. an der Wand zu schaffen macht, wird deutlich, warum die formschönen Kopfhörer nötig sind. Es wird laut. Sehr laut. Und auch sehr staubig.

Stück für Stück werden die feuchten Segmente der Wand entfernt. Putz und Mauerwerk, selbst die morschen und verschimmelten Fußleisten sowie Teile des Laminats sind von der Feuchtigkeit angegriffen und wandern direkt in einen der bereitstehenden blauen Säcke. Während die Arbeit gut vorangeht, wird auch klar, dass unsere anfängliche Vermutung zum Umfang der Sanierungsmaßnahmen zu optimistisch war.

Der durch die Feuchtigkeit angegriffene Bereich wird zunehmend größer. Der Lehm im alten Mauerwerk hat sich langfristig voll Wasser gesogen. Zum Vorschein kommen weitere, wenig vertrauenerweckende Rohre, die bereits rostig und marode sind. Nach Rücksprache mit dem Auftraggeber ist klar, dass auch diese erneuert werden müssen, da wir sonst sicher bald wieder einen Termin zum Trockenlegen vergeben müssen.

Um abzuklären, ob auch im Boden verlegtes Dämmmaterial Feuchtigkeit gezogen hat, müssen wir ein Loch nach unten in den Boden setzen. Schimmel und Feuchtigkeit unter dem Bodenbelag können sich zu einem noch viel größeren Problem entwickeln. Zum Glück wird diese Befürchtung nicht bestätigt. Zumindest hier gibt es mal keine bösen Überraschungen.

Nach dem Staub ist vor dem Trockner

Nachdem unser Mitarbeiter die in blaue Säcke verpackte Mauer sowie weitere ehemalige Bauteile des Zimmers inklusive Flies und Co. in den Einsatzwagen bugsiert hat, bleibt beim Kunden ein großes Loch in der Wand und auf dem Boden zurück. Nun nehmen wir den Bautrockner in Betrieb. Ursprünglich war eine zweieinhalb-wöchige Trocknungsphase vorgesehen. Bei der Dimension des Schadens mussten wir diese Angabe jedoch nach oben korrigieren.

Damit das Trocknungsgerät effektiv arbeiten kann, wurde der feuchte Bereich mit einer Folie verschlossen. Diese legt sich wie eine Glocke um den Einsatzbereich und wird permanent mit warmer Luft aus der Maschine gefüllt. Das System funktioniert wie ein überdimensionierter Heizlüfter. Es pustet, es ist laut und gibt reichlich Wärme ab.

Bei sommerlichen Außentemperaturen ist der dauerhafte Betrieb eines Trocknungsgerätes deshalb alles andere als angenehm. Dafür ist das Prozedere dann aber auch etwas schneller vorüber. Der Mantel aus Plastikfolie und Kreppband sorgt zumindest für ein wenig Erleichterung, denn er hält die warme Luft dort, wo sie sein soll.

Kurze Einweisung

Zum Abschluss geben unsere Kollegen noch eine kurze Einweisung, wie der Bautrockner zu bedienen ist. Das regelmäßige Leeren des Auffangbehälters sowie die Sicherung geschlossener Fenster und Türen gehört für die nächsten Wochen in den festen Aufgabenbereich des Kunden. Lediglich kurzes Stoßlüften ist erlaubt.

Erst nach zwei Wochen Dauerpusten werden wir eine Messung vor Ort durchführen. Dann können wir abschätzen, wie weit die Trocknung vorangeschritten ist und wie lange das Gerät noch beim Kunden verbleiben muss. Bis dahin bleibt diesem nichts anderes übrig, als staunend auf den Stromzähler zu blicken, den wir mit Start der Trocknungsarbeiten installiert haben. Die Geräte laufen über mehrere Wochen, Tag und Nacht. Den Verbrauch erfassen wir vor allem dann, wenn es sich um einen Versicherungsfall handelt, und der Auftraggeber die Kosten erstattet bekommt.

Nach etwas mehr als zweieinhalb Wochen messen wir noch einmal die verbliebene Feuchtigkeit und können das Gerät endlich abbauen. Die Rohre sind erneuert, die Wand ist trocken und kann nun geschlossen und neu verputzt werden. Schon bald kann der Kunde das Zimmer endlich einrichten und für sich nutzen.