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24.12.2009
B i e l e f e l d (Westfalen-Blatt vom 24.12.2009).
Diese Schlittenfuhre hat es in sich. Benjamin und David, Philip und David, Ole und Lina haben Platz genommen im historischen Kufenflitzer. Und prompt haben die stolzen Väter Sendepause. »Jetzt können sie fachsimpeln über Erziehungsfragen oder sich gegenseitig Geschenketipps geben«, ulkt Michael Grübel. Er ist der Chef der drei Zwillingsväter, eben der Übervater. Drei Mal Zwillinge in einer Firma – absolut einmalig, bestimmt nicht nur in Bielefeld.
Heiligabend mit einem Kind ist wunderschön. Weihnachten mit Zwillingen ist aufregend. Weihnachten mit drei Zwillingspaaren ist Ausnahmezustand. Da sind sich die Papas und Mamas mit dem Chef einig. »Kinder sind unsere Zukunft«, unterstreicht Michael Grübel.
Dass drei seiner 20 Mitarbeiter in kurzer Zeit Zwillinge präsentieren, macht das Glück des Existenzgründers und Firmenchefs mit dem großen sozialen Engagement erst perfekt: »Irgendwie passt das zu uns als Familienbetrieb mit Herz.«
Ole und Lina sind sieben. Sie waren die ersten Zwillinge in der Firma, berichtet ihr Vater Michael Klenner (43). Die Familie wohnt in Babenhausen. Hier geht das gemischte Doppel auch zur Grundschule. Und ist nebenbei auch sportlich aktiv. Mit Puppen, weiß Papa Michael, hat es Tochter Lina allerdings noch nie so gehabt, ebenso wenig wie mit den üblichen Klischees. Weil sie Hockey spielt in der F-Jugend des SC Babenhausen, sind statt der Kleidung für die Barbie neue Knieschoner fällig. Im übrigen, gesteht sie ohne Umschweife, wünsche sie sich genauso eine Nintendo-Spiele-Konsole wie ihr Bruder. Der verstärkt als Nachwuchsfußballer beim VfR Wellensiek die Minikicker.
Für Alfred Berg (29) und seine Frau Maria ist die Frage des Schenkens da schon einfacher. Es gibt, wie der Grübel-Mitarbeiter aus dem benachbarten Leopoldshöhe verrät, ein ganz einfaches Rezept für Frieden unter dem Christbaum: »Einfach alles doppelt kaufen. Das ist schon beim Auspacken viel entspannter.« Und Mama ergänzt: »Wenn jeder sein Auto hat, spielen sie wunderbar zusammen.« Die Zwillinge der Bergs sind dreienhalb Jahre, heißen Benjamin und David und gehen in der Kindergarten. Und weil sie noch nicht perfekt lesen können, darf an dieser Stelle auch verraten werden, was an Heiligabend unter dem Baum parkt: eine Feuerwehr – für jeden, versteht sich.
Dafür wird bei Familie Schönfeld an Heiligabend harmonisch rangiert. Mit der Holzeisenbahn. Philip und David heißen die Zwillinge, sind zwei Jahre jung und gewissermaßen die Nesthäkchen der Firma Grübel, wie Vater Thomas Schönfeld stolz berichtet. Und natürlich der Mittelpunkt der kleinen Familie. Den Fototermin absolvieren sie mit großer Routine, bringen sich im Dekoschlitten neben dem mächtigen Weihnachtsbaum im Oldentruper Hof ordentlich in Position. »Echte Profis«, freut sich Papa Thomas Schönfeld. Immerhin hatten sie vor gut einem Jahr bereits einen Fototermin gehabt, ihr erstes Treffen mit den zwei anderen Zwillingspaaren und drei stolzen Vätern in blauen Latzhosen. Aus gutem Grund. Firmenchef Michael Grübel ist so stolz auf das Kinder-Sextett, dass er daraus eine einzigartige Weihnachtskarte hatte fertigen lassen. Grübel: »Die Resonanz der Kunden ist überwältigend. Viele haben sich erkundigt, fragen immer mal nach, wie es den Kleinen geht.«
Manche haben sich die Karte sogar an die Pinwand geheftet. Während das Sextett selbstständig mit der Weihnachtsdeko im Oldentruper Hof spielt und die drei Väter entspannt einen Kaffee trinken können, erzählt Michael Grübel stolz von seiner besonderen Firma. Erst 1996 hatte er den Trocknungsfachbetrieb gegründet, inzwischen hat er drei Filialen in Herford, Detmold und Osnabrück. Und aktuell schon 20 Mitarbeiter. Grübel: »Wir sind eine große Familie. Bei uns ist die Stimmung ganz besonders gut, der Zusammenhalt prima.«
Wenn Grübel die Kinder seiner 20 Mitarbeiter beschenken möchte, muss er 14 Tüten packen. Häufig beschenkt man allerdings wildfremde Kinder. Mit seinen »Helfenden Händen« hat Michael Grübel ein Projekt gestartet, in das jeder Mitarbeiter Arbeitszeit einbringt und für eine soziale Aufgabe ableistet. Da werden Handwerksarbeiten in Kindergärten und Sozialeinrichtungen absolviert, werden Sandkisten gebaut und Klettergerüste montiert, Räume saniert oder Gärten angelegt. Michael Grübel: »Helfen ist eine schöne Art, Danke zu sagen für persönliches Glück und Wohlergehen, für Zufriedenheit und so eine tolle Mannschaft wie meine Mitarbeiter.«
Finden die Zwillinge auch. Papas Chef mögen sie alle. Und soziales Engagement lernen sie schon vor der Einschulung kennen, mit leuchtenden Kinderaugen.
Von Michael D i e k m a n n
und Hans-Werner B ü s c h e r (Fotos)
