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27.11.2008
120 Interessenten besuchten Veranstaltung der Handwerkskammer
Vielleicht haben Warnungen vor einem starken Konjunkturabschwung dazu beigetragen, dass der Marketingtag des NRW Handwerks bei der Kammer in Bielefeld auf so große Resonanz gestoßen ist.
Rund 120 Unternehmerinnen und Unternehmer holten sich im Handwerksbildungszentrum (HBZ)
praxisnahe Tipps, wie sie ihren Betrieb gezielter auf den Markt ausrichten können.
Preise und Produkte werden als ausschlaggebende Auftragskriterien an Bedeutung verlieren, prognostizierte Hans Schmitz, Vizepräsident der Handwerkskammer und selbstständiger Malermeister, bei seiner Begrüßung. „Der Kundenservice wird massiv an Bedeutung gewinnen", erklärte der Handwerksmeister, der als Unternehmer seit Jahrzehnten den regionalen Markt beobachtet. Angela Rehorst, Leiterin Betriebsberatung, machte deutlich: Marketing ist mehr als Werbung, Verkaufsförderung oder
Öffentlichkeitsarbeit. Es geht um Unternehmensführung, die auf den Kunden ausgerichtet ist. Ein gutes Marketing setzt bei den Produkten und Dienstleistungen an, bezieht die Preispolitik ein, den Vertrieb und umfasst die Kommunikation nach außen und innen. Dieser Mix muss aufeinander abgestimmt und langfristig angelegt sein. Marketing ist systematisch umzusetzen, Spontanaktionen verpuffen oft ohne Wirkung.
Das bestätigten auch die Unternehmer Michael Grübel, Trocknungsfachbetrieb in Bielefeld, und Hans Wieghorst, Friseurmeister in Bielefeld. Sie erläuterten ihre Visionen und Ziele, ihre persönlichen Unternehmens-Strategien und zeigten beispielhaft Maßnahmen auf, mit denen sie ihre Strategien umsetzen. Die Praxisbeispiele ergänzten die Ausführungen der Berater. Die Bedeutung des Mitarbeiters stellte Norbert Burzlaff, Unternehmensberater aus Dortmund, heraus. „Produkte können
überzeugen, Mitarbeiter können begeistern", so der Experte. Produkte und Dienstleistungen werden immer ähnlicher. Es ist daher wichtig, die Kommunikation zwischen Mitarbeitern und Kunden zu verbessern. Auch die nonverbale Kommunikation spielt eine große Rolle, dazu gehört unter anderem das äußere Erscheinungsbild.
Über Möglichkeiten, die Adresse künftiger Kunden herauszufinden informierte die Expertin des Direktmarketing Center Deutsche Post AG, Bielefeld, Daniela Volland. Sie gab den Zuhörern Tipps, einen Werbebrief wirksam zu gestalten. Hierzu gehören: Die persönliche Ansprache des Kunden. In der Kürze liegt die Würze, eine Seite reicht aus, länger sollte ein Text nicht sein. Eine aktive Wortwahl und kurze Sätze spielen eine große Rolle. Dem Kunden ist eine Rückantwortmöglichkeit per Post, Fax, Mail oder Telefon zu geben. Als kostenfreien Service bietet das Direktmarketing Center an, Tipps zu mitgebrachten Briefentwürfen zu geben.
Worauf es bei der Zusammenarbeit mit der Presse ankommt, zu welchen Themen und wie man die Presse informiert, erläuterte der Journalist Harald Siebart, Landesgewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V., Düsseldorf. Außergewöhnliche Aufträge, Auszeichnungen, Innovationen, Belegschaftsnachrichten, Jubiläen, Messeteilnahmen sind Beispiele für mögliche Pressemeldungen. Abgerundet wurde das abendliche Programm durch Weiterbildungsangebote. Weiterbildungsberaterin Gabriele Braun informierte die Teilnehmer über aktuelle Veranstaltungen und wies auch auf Zuschüsse zu den Kosten der Weiterbildung und zur Beratung der Betriebe hin. Fragen rund um das Wettbewerbsrecht beantwortete Dr. Armin Peter, Rechtsanwalt aus Gütersloh. Vor dem Schlachtreden oder Schlechtschreiben der Leistungen von Berufskollegen warnte er ausdrücklich.
Quelle: Deutschen Handelsblatt, 20.11.2008
